Angola Reise-Info


Stand 8/2017



Einreisebestimmungen

Visa  muss in einer angolanischen Botschaft vor der Einreise beantragt werden. Wir erledigten das in Lusaka/Sambia – Infos zu Ablauf und benötigter Dokumente 

Visa für 30 Tage - USD 100,-- mit monatlicher Verlängerungsoption bis max. 3 Monate.

Für das Fahrzeug ist die Einreise mit Carnet de Passage oder mit Ausstellung eines TIP (Temporary Import Permit) möglich. Bei unserer Einreise aus Sambia mussten wir zusätzlich zum CdP auch das TIP lösen – Kosten AKW 55.000,- ca. 25 USD – bei Einreise aus Namibia reicht das CdP und es entstehen keine Kosten.

KFZ Versicherung – wir hatten keine und niemand fragte danach.

Strassen und Verkehr:


Die meisten Strassenverbindungen sind in ausserordentlich schlechten Zustand und nicht instandgehalten. Hauptverbindungen sind asphaltiert aber lösen sich langsam auf. In Ost-Angola sind die Verhältnisse besonders katastrophal. Zwar trifft man immer wieder auf neu gebaute Abschnitte mit makellosen Teerbelag aber oft beginnen und enden diese ohne nachvollziehbarer Planung.

Im Westen sind die Verhältnisse etwas besser. Grundsätzlich sind derzeit nur Hauptverbindungsrouten asphaltiert. Viele auf der Karte verzeichnete Routen quer durchs Land sind nicht mehr befahrbar – eingestürzte Brücken sind keine Seltenheit. Es ist ratsam sich vorort über den Streckenzustand zu informieren. Für Pistenfahrten ist ein geländegängiges Fahrzeug erforderlich. Teilweise sind die Strecken sehr sandig und in der Regenzeit unpassierbar.

Generell muss man in Angola Distanzen anders bewerten denn das Vorankommen kann mühsam sein und braucht Zeit. Schlaglöcher zwingen zu langsamer Fahrt und fordern Mensch und Material. Die Unfallhäufigkeit zeigen die vielen LKW und Auto Wracks entlang von vielbefahrenen Strecken.

Auch die Minengefahr ist allgegenwärtig und das Fahren abseits befahrener Strassen bzw. Pisten kann lebensgefährlich sein.

Camping:


Angola hat keine Campingplatz Infrastruktur. Wildes Campen steht an der Tagesordnung. Dort wo Wildcamping nicht möglich ist kann man sich nach Missionsstationen umschauen oder man fragt bei der Polizeistation im Ort. Wir haben damit immer gute Erfahrungen gemacht und durften gratis und sicher parken. Einmal fragten wir einfach bei einer Farm und wurden auch dort freundlich aufgenommen. Missionsstationen freuen sich über eine kleine Spende.

Wir empfehlen I-Overlander als Orientierungshilfe.

Geld:


Währung ist der Angola Kwanza – AKW

1 USD - ca. 350 AKW

Geldwechsel in Angola erledigt man am besten am Schwarzmarkt. Der Kurs ist ca.  doppelt so hoch wie der offizielle Bankenkurs. Man benötigt dazu USD und sucht sich Eigentümer geführte Shops. Dort freut man sich über Devisen und ist generell über den aktuellen Kurs gut informiert. Im Internet lässt sich dieser im Vorfeld bereits recherchieren.

In Ost Angola war der Kurs etwas schlechter.

Im Alltag sind Kreditkartenzahlungen oder Bankomatbehebungen nicht möglich und man benötigt Bargeld.

Internet und Telefon


Der grösste Anbieter mit der besten Reichweite ist Unitel. Die Netzabdeckung ist auf städtisches Umfeld beschränkt und Internetverbindungen sind langsam aber brauchbar.

Für das Lösen einer SIM Card benötigt man den Reisepass und viel Zeit. Unitel Shops gibt es in grösseren Städten. Internet Packages sind relativ teuer.

Lebensmittel und Waren:


Das Preisniveau ist hoch. Fast alle Güter müssen importiert werden und Einkaufen ist teuer. Einzig der Schwarzmarktkurs erleichtert die Sache etwas. Doch auch Strassenmärkte bieten keine Schnäppchen. Das Angebot an Obst und Gemüse ist sehr überschaubar und wenig abwechslungsreich. Tomaten, Zwiebel und Cassava finden sich überall.

In Städten wird in kleinen Gemischtwarenläden alles für den täglichen Bedarf angeboten. Manche Provinzhauptstädte bieten einen Shoprite Markt. Shoppingcenter sind ausserhalb von Luanda rar gesät.

Es empfiehlt sich vor einer Angola Reise die Vorräte aufzufüllen. Wirklich billig und überall erhältlich ist Alkohol.

Polizei


Wir haben beste Erfahrungen gemacht. Jede Kontrolle lief professionell und freundlich ab. Strassensperren existieren meist in der Nähe von Städten. Im Westen werden Touristen grossteils durchgewunken. Im Ostteil des Landes ist man als Ausländer unbekannt und wird somit immer gestoppt. Man kontrolliert Reisepass, Führerschein und TIP. Geduld und ein freundlicher Smalltalk erweichen auch strenge Polizisten.

Treibstoff: 


Dieselpreis – 1 Liter ca. AKW 135,-- - Benzin etwas teurer

Unbedingt jede Tankmöglichkeit nutzen, besonders Diesel ist knapp. Viele Tankstellen sind oft tagelang ausverkauft und es bilden sich Schlangen vor den Zapfsäulen. Zusätzlich muss mit extrem schlechter Treibstoff Qualität gerechnet werden.

Nur in Luanda scheint die Versorgung garantiert zu sein.

Wasser:

Wenn teilweise Tankstellen statt Treibstoff Wasser verkaufen lässt das auf eine schwierige Lage schliessen. Die Wasserversorgungsinfrastruktur ist im ländlichen Raum besonders mangelhaft.

Trinkwasser kauft man am besten in Shops oder man filtert selbst.

Zentrale Wasserleitungssysteme existieren kaum und die Wassertürme in den Städten sind oft ausser Betrieb. Nur wenige besitzen eigene Brunnen. Die Flussläufe sind entsprechend bevölkert und Frauen schleppen Wasser oder Wäsche kilometerweit.

Auch hier gilt – der Westen des Landes ist besser aufgestellt, im Osten sollte man sich auch auf das direkte Schöpfen aus Flüssen einstelllen.

Werkstätten:


Angola ist kein Land wo es sich empfiehlt freiwillig eine Werkstatt aufzusuchen. Der Krieg hat auch viel Knowhow zerstört und gute Mechaniker sind schwer zu finden. Die fehlende Ersatzteilversorgung zwingt zu improvisierten Lösungen. Man versucht mit Gebrauchtteilen die notwendigen Reparaturen durchzuführen. Das Ergebnis kann nur eine Zwischenlösung sein.

Obwohl das angolanische Militär Unimogs fährt sind keine Teile erhältlich. Alte Autos dienen als Ersatzteillager oder modern vor sich hin. Gebrauchtteile werden überdies zu völlig überhöhten Preisen angeboten und die Qualität ist zweifelhaft. Ebenso wird für Reparaturen ein kleines Vermögen verlangt. Wer niemanden Vorort kennt ist hier ausgeliefert.

  

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